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Herzlich willkommen in meiner virtuellen Bude! Ich hoffe, dass Sie sich trotz der bescheidenen Ausstattung wie zu Hause fühlen werden und freue mich schon auf Ihre Kommentare! Sollten Sie Griechisch verstehen, dann lade ich Sie ein, auch mal bei meinem Hauptblog „τι εστιν αλήθεια;“ vorbeizuschauen. Bis dann!



Was ist Wahrheit?

Pontius Pilatus (Johannes 18,38)

Bla bla bla ...

Bla bla bla ...
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Donnerstag, 15. Dezember 2011

Samstag, 25. Juni 2011

Worin das Osterfeuerwunder besteht ...

Metropolit von Petra Cornelios
Erzbischof Aristarchos
...Am 11.04.2001, nur zwei Tage vor dem großen Fest des so genannten Heiligen Lichtes in Jerusalem, wurde vom griechischen privaten Fernsehsender MEGA eine höchst interessante Dokumentation ausgestrahlt1, in der unter anderem sich hoch gestellte Kleriker der Bruderschaft des Heiligen Grabes über das angebliche Feuerwunder ausließen. Als aber Erzbischof Aristarchos, Generalsekretär des Patriarchats, gebeten wurde, über die Entzündung des Heiligen Lichtfeuers zu berichten, zogen die ersten dunklen Wolken herauf:
Die tiefere Botschaft ist, dass… – denke ich zumindest – … dass wir durch dieses Licht und durch die Anzündung seelisch wie auch physisch geheiligt werden. Die Lichtentzündung hat einen Grund. Denn das Christentum ist eine geistige Religion, in der aber auch das materielle Element vorhanden ist. Wir sind Menschen, und Gott hat für uns gewollt, dass wir mit … – durch materielle Elemente gerettet werden, die geistige Werte symbolisieren. Es ist wichtig, dass wir es in die Hand nehmen, anfassen2 und von diesem Licht, das durch das Grab des Herrn geheiligt worden ist, selbst geheiligt werden: seelisch wie auch physisch – dass wir also erleuchtet werden; dass die Sensoren unseres Verstandes und unseres Körpers erleuchtet werden.3
...Obige Ausführungen gehen zwar nicht explizit auf die kritische Frage nach dem Ursprung des Lichtes ein, stellen jedoch den symbolischen Charakter der Lichtanzündung klar heraus und legen den berechtigten Schluss nahe, dass hierbei in Wahrheit kein herabgebetetes Wunder vorliegt. Denn wäre das Licht tatsächlich übernatürlichen Ursprungs, wäre es ja schon vor seiner Herabkunft heilig und müsste nicht erst durch die Gnade des Heiligen Grabes geheiligt werden.
...Und dann kam die Frage nach der Leibeskontrolle, der das griechisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt angeblich vor seinem Eintritt in die Grabesädikula unterzogen wird – Aristarchos hatte Mühe, nicht loszulachen:
Nun, das ist aber auch … ähm … also, ich denke, da sieht die Sache schon etwas anders aus, und zwar wird der Patriarch nicht durchsucht, sondern der Patriarch entledigt sich seiner regulären liturgischen Gewänder und behält nur noch den … das weiße Kleidungsstück an; er behält das weiße Gewand an, das den Engel symbolisiert.4
...Eine klare Aussage, die mit dem weit verbreiteten Mythos der strengen Leibesdurchsuchung ein für allemal aufgeräumt hat. Doch das Schlimmste stand noch bevor. Als dann nämlich der Locum tenens des Patriarchenthrons, Metropolit von Petra Cornelios zu Wort kam, trauten die Zuschauer ihren Ohren nicht. Denn derjenige Auserwählte, der ein paar Tage später an Stelle des abgesetzten Patriarchen Irenäus das Heilige Licht empfangen und an die Gläubigen weitergereicht hat, ließ Folgendes verlauten:
Die Gebete haben die Kraft, das natürliche Licht zu heiligen, denn der … – es gi… schließlich gibt es auch das üb… ähm … es gibt auch das … übernatürliche Licht. […] Hierbei sprechen wir von einem natürlichen Licht, aber … die Gebete, die vom Patriarchen oder vom Oberpriester verlesen werden … heiligen auch das natürliche Licht, das somit dann die Gnade des Heiligen Lichtes hat. Es ist ein natürliches Licht, das an der Ewiglichtlampe … angezündet wird, die in der Sakristei der Auferstehungskirche aufbewahrt wird.5
...Und als die Journalistin dann wissen wollte, worin denn das Wunder bestehe, kam der entgültige Hammer: „Das Wunder ist … die Anrufung bzw. das Gebet des Oberpriesters … und da wird das Licht geheiligt.“6 – Ich wiederhole es noch mal, damit jeder es richtig verinnerlicht: „Das Wunder ist das Gebet des Oberpriesters … und da wird das Licht geheiligt“! – Kein Wort von herabgebeteten Lichtern, die über der Grabbank umherschweben; kein Wort von Kerzen und Öllampen, die sich von selbst entzünden; kein Wort von hellblauen Blitzen, die die Luft durchzucken – nein: Das, was das Wunder ausmache, sei das Gebet, das das vom Zelebranten angezündete natürliche Licht heilige!
...Als Cornelios diese unglaublichen Aussagen machte, stand das große Ereignis, wie bereits erwähnt, unmittelbar bevor. Dass es ihm einmal vergönnt sein würde, das Heilige Licht als Oberpriester empfangen zu dürfen, hätte sich der 75-jährige Kleriker nie träumen lassen. „Ich glaube, dass ich danach ganz anders bin.“, gestand er sichtlich gerührt ein.7 Seither sind gute elf Jahre ins Land gezogen, und das „Wunder“ hat sich ebenso viele Male wiederholt. Ob der Metropolit nach jener Osterfeuer-Liturgie tatsächlich ein ganz anderer Mensch wurde oder nicht, können wir nicht wissen. Seine Laufbahn jedenfalls scheint in den letzten Jahren etwas holprig zu verlaufen. 2005 rutschte er um ein paar wenige Stimmen am Patriarchenthron vorbei und 2008 wurde er aus heiterem Himmel aus dem Heiligen Synod entfernt. Als offizieller Grund wurde eine nicht mehr zufrieden stellende Zusammenarbeit angegeben, doch wie Cornelios selbst enthüllte, habe ihn der amtierende Patriarch Theophilos III. offen beschuldigt, eine Verschwörung gegen ihn angezettelt zu haben. Der Metropolit stritt zwar alles ab und verwies das Kirchenoberhaupt mit Recht darauf, dass er bei dessen Wahl zum Patriarchen eine entscheidende Rolle gespielt habe, doch das Urteil wurde trotzdem nicht rückgängig gemacht. – Tja, das Heil ist wohl bei dem, der auf dem Thron sitzt …




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1. Nutzer: Photoplay1999: ΑΓΙΟ ΦΩΣ- holy light (Orthodox easter) Jerusalem. Grizes
.... Zones,

....● PART 1/2. 17.04.2009: URL: http://www.youtube.com/watch?v=ZzDaVyWEjtQ
....● PART 2/2.URL: http://www.youtube.com/watch?v=5Klo7yTK_VI
....(abgerufen am 25.06.2011).

2.
Das soll keineswegs als Aufforderung verstanden werden, das Phänomen der
....Feuerunempfindlichkeit auszuprobieren. Das Personalpronomen „es“ bezieht sich
....hier nämlich offenbar nicht auf das Feuer selbst, sondern es steht wohl synekdochisch
....für die Kerze. Im Griechischen sind nämlich die Wörter Licht und Kerze beide neutral.

3.
Photoplay1999, PART 1/2, Videoabschnitt 0:49 - 1:40, (abgerufen am 25.06.2011).

4.
Photoplay1999, a.a.O., Videoabschnitt 5:16-5:40, (abgerufen am 25.06.2011).

5.
Photoplay1999, a.a.O., Videoabschnitt 6:10-6:54, (abgerufen am 25.06.2011).

6.
Photoplay1999, a.a.O., Videoabschnitt 7:03-7:15, (abgerufen am 25.06.2011).

7.
Photoplay1999, PART 2/2, Videoabschnitt 5:04-5:17, (abgerufen am 25.06.2011).

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Sonntag, 19. Juni 2011

Das Heilige Lichtfeuer von Jerusalem


Ich suche mir meinen Weg durch die Dunkelheit hin zur Grabkammer und knie nieder. Da spreche ich bestimmte Gebete […] und warte. Manchmal mag es ein paar Minuten dauern, aber normalerweise geschieht das Wunder sofort […]. Aus dem Stein, auf dem Jesus geruht hatte, strömt ein undefinierbares Licht hervor. […] Das Licht verhält sich jedes Jahr unterschiedlich. Manchmal umhüllt es nur die Grabbank, andere Male erhellt es die ganze Grabkammer, sodass sogar Menschen, die draußen stehen, sehen können, wie die Grabeskapelle mit Licht erfüllt wird. […] Ab einem bestimmten Punkt steigt das Licht empor und bildet eine Säule; darin hat das Feuer eine ganz andere Beschaffenheit, sodass ich meine Kerzen daran anzünden kann. Nachdem ich das Heilige Licht empfangen habe, trete ich hinaus und reiche die Flamme zuerst an den armenischen Patriarchen weiter und dann an den koptischen – und anschließend an alle Menschen, die sich in der Kirche befinden.
...........
– PATRIARCH DIODOROS, 20001

..........Inhaltsverzeichnis

.......... 1. Eine Vorwarnung für Schüchterne
.......... 2. Der Mythos vom geheimen Gebet
.......... 3. Das erstaunliche Bekenntnis
.......... 4. Skepsis bei Metallinos
.......... 5. Auszüge aus dem Gebet
.......... 6. Die Gegenantwort
.......... 7. Die Leibesdurchsuchung und die Ewiglichtlampe
.......... 8. Die „Unschuld“ der Kirche und die unbeantworteten Fragen
.......... 9. Die ältesten Zeugnisse
........ 10. Die Natur des Lichtes
........ 11. Die Frage nach der Notwendigkeit des Wunders
........ 12. Die Säule
........ 13. Die griechisch-orthodoxe Exklusivität
........ 14. Die Erscheinungsformen des Lichtes
........ 15. Der zeitliche Rahmen
........ 16. Die Feuerunempfindlichkeit
........ 17. Die Diktatur der Augenzeugen
........ 18. Die Herausforderung



Eine Vorwarnung für Schüchterne


...Seien wir doch ehrlich: Die Hypothese, dass das schon seit Jahrhunderten alljährlich wiederkehrende Phänomen des so genannten Heiligen Lichtfeuers in Jerusalem2 auf ein von Gott bewirktes Wunder zurückgehe, kann vom religionsdistanzierten Betrachter wohl nicht anders gesehen werden als eine winzige, rein theoretische Möglichkeit, die aufgrund ihres äußerst geringen Wahrscheinlichkeitsgrads praktisch eine rigorose Ablehnung nahe legt. Tatsache ist jedoch auch, dass die bisher seitens der Skeptiker vorgebrachten Widerlegungsversuche nicht vorbehaltlos überzeugen konnten. In diesem Sinne kann die quälende Frage, was sich jeden Karsamstag in Jerusalem wirklich zuträgt, unter den gegebenen Umständen nicht Gegenstand einer strengen wissenschaftlichen Untersuchung werden. Dies soll uns aber keineswegs daran hindern, die Sache einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen und so manche fest und unumstößlich geglaubte „Wahrheit“ zu hinterfragen.

Der Mythos vom geheimen Gebet


...Um das spezielle Gebet, das vom griechisch-orthodoxen Patriarchen jeden Karsamstag in der Grabkammer, dem abgelegensten Winkel der Grabesädikula, emporgesandt wird, ranken sich so manche abenteuerlichen Vorstellungen, deren gemeinsame Nenner die Überzeugung ist, es handele sich dabei um ein streng behütetes Geheimnis, das nur dem privilegierten Kirchenoberhaupt bekannt sei. Dies entspricht jedoch keineswegs den Tatsachen: Das besagte Gebet wurde bereits 1933 vom Archimandriten Dr. Kallistos Meliaras erstpubliziert und 1967 in der Zeitschrift Nea Sion, dem offiziellen Publikationsorgan des Patriarchats von Jerusalem, wieder veröffentlicht.3 Das bedeutet also, dass hier im Gegensatz zum allgemeinen Glauben kein magisch-mythisches Geheimnis vorliegt, zu dem sonst niemand Zugang hat außer der Patriarch, sondern ein schlichter Kirchentext, der schon vor nahezu achtzig Jahren an die Öffentlichkeit gegeben wurde.

Das erstaunliche Bekenntnis


...Was sagt aber dieses sagenumwobene Gebet eigentlich genau? Worum betet der griechische Patriarch in der Gottesfurcht einflößenden Isolation der Heiligen Grabkammer? Na um was denn sonst, möge jetzt manch einer denken, als darum, dass eben das eintrete, was nach orthodoxem Glauben schon seit Jahrhunderten angeblich immer wieder geschehen soll, nämlich dass das Heilige Licht wundermäßig vom Himmel herabkommen und die ganze Ökumene erleuchten möge. Doch Pustekuchen: Die wörtlichen Formulierungen, die im Gebettext verwendet werden, sind äußerst klar und führen glatt zu dem Schluss, dass die angeblich gottbewirkte Lichtentzündung in Wirklichkeit nichts weiter ist als eine Zeremonie symbolischen Charakters und dass das Feuer, welches das griechisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt jeden Karsamstag im Grabraum entzündet, nicht etwa vom Himmel herabsteigt, sondern völlig natürlichen Ursprungs ist und nur deshalb als heilig bezeichnet wird, weil es aus dem Heiligen Grab herausgereicht wird!
...Diese ernüchternde Erkenntnis drängt sich schon beim ersten Lesen des Gebets unweigerlich auf, was interessanterweise sogar orthodoxe Geistliche eingeräumt haben. Das wohl charakteristischste Beispiel hierfür ist der emeritierte Kirchenprofessor der Theologischen Fakultät der Universität Athen, Protopresbyter Georgios Metallinos, der in seiner 2001 veröffentlichten diesbezüglichen Studie wortwörtlich zugab, dass im Gebettext, dem „Schlüssel zum Verständnis der Zeremonie und zur Dokumentation der Natur des Feuers, […] nirgends von einem von oben herabkommenden immateriellen Feuer die Rede ist (nicht einmal andeutungsweise), sondern lediglich ein natürliches Licht gemeint ist, das in Erinnerung an Christus angezündet wird“.4
...Mit diesem erschütternden Bekenntnis äußerte also der hoch gelehrte Kleriker – wie er auch bei einem 2008 live ausgestrahlten Fernsehauftritt explizit zugab – eindeutige Bedenken gegenüber dem angeblichen Feuerwunder und schloss sich dadurch nicht nur der zwei Jahre zuvor in einer themenrelevanten Studie5 dargelegten These „[seines] respektablen Universitätslehrers, des bekannten Archäologen und ausgezeichneten Kenners des orthodoxen Ritus, Herrn Professors Konstandinos Kalokyris“ an, sondern teilweise auch jener des phanariotischen Arztes und Verfassers bedeutender philologischer und theologischer Werke Stefanos Karatheodoris, der zu seiner Zeit bei der Großkirche als theologische Autorität6 galt.
...In seinem unpublizierten Werk Αντίρρησις (deutsch: „Einspruch“) brandmarkt Karatheodoris zwar die gegen die Patriarchen von Jerusalem vorgebrachte Polemik, hinsichtlich der Entstehung des „Wunders“ lässt er jedoch keinen Raum für Missinterpretationen:
Es hat sich der Usus durchgesetzt, auf der Heiligen Grabbank ein Licht anzuzünden und daran weitere Festlichter [...]. Das Heilige Feuer von Jerusalem hält keiner der Patriarchen, Oberpriester, Priester und sonstigen Kirchenkundigen für echt, zufällige Personen meistens auch nicht [...]. Aber weshalb nennt man es dann heilig? Jawohl: Weil es auf der Heiligen Grabbank angezündet wird und die Gläubigen es andächtig entgegennehmen. Diese Andacht aber ist durch die allgemeine Unwissenheit zum Aberglauben ausgeartet und hat unter den naivsten unserer Brüder das durch die Frankenpriester verbreitete Gerücht bestärkt, das Feuer entzünde sich wundermäßig. [...] Dem Feuer wohnt daher keine andere Heiligkeit inne als die, welche durch die Tatsache bedingt ist, dass es im Grabe des Herrn entzündet wird, und zwar an dem Tag, an dem sich das große Mysterium der Auferstehung vollzog.7

Skepsis bei Metallinos


...Bedenkt man dazu die kategorische Versicherung8 des Erzbischofs Nikiphoros Theotokis im Jahre 1800, dass das Feuer nicht wundermäßig vom Himmel herabkomme, sondern vom Patriarchen selbst angezündet und anschließend geheiligt an die Gläubigen weitergereicht werde, „ohne dass die Kirche imstande ist, den Irrglauben des ungebildeten Volks zu kurieren“, verbunden mit älteren Zeugnissen wie etwa Egerias aus dem Jahre 385 datierendem Pilgerbericht, der die Feuerentzündung in keiner Weise als ein Wunderereignis beschreibt9, kommt man heftig ins Grübeln. Selbst Metallinos distanzierte sich in seiner Studie explizit von der Logik der aus christlicher Nachsicht schweigenden Kirche und merkte bezeichnenderweise an, dass ihm „die ‚Atheisten‛, die jegliche Möglichkeit eines Wunders rigoros ausschließen“, lieber seien „als die Verheimlichung der Wahrheit, […] aus welchem Grund sie auch immer geschehen möge“10 – einer Wahrheit, die die Kirche jedoch, so Kalokyris11, praktisch doch bekenne, und sei es auch nur indirekt durch das Gebet, das bei der Osterfeuer-Zeremonie gesprochen werde.
...Das besagte Gebet wird von Kalokyris in vollständiger Fassung zitiert und ausführlich erörtert,12 woraufhin er schließlich zu der Schlussfolgerung gelangt, der 2001, wie bereits erwähnt wurde, auch Metallinos ausdrücklich zustimmte: Wollen wir die Zeremonie und die Natur des Feuers nachvollziehen („natürlich oder übernatürlich?“), so müssen wir mal unser Augenmerk darauf richten, was das Gebet sagt; und was sich aus dem Gebet klar entnehmen lässt, ist, dass das Feuer auf eine völlig natürliche Art und Weise entsteht, rein symbolischen Charakter hat und nur deshalb als heilig gilt, weil es aus dem Heiligen Grab hervorgeht!

Auszüge aus dem Gebet


...An dieser Stelle seien einige Auszüge aus dem Gebettext zitiert, die nach Kalokyris ausschlaggebend für das Verständnis der Sache sind:
Wir gedenken auch Deines Abstiegs in den Hades, [...] da Du göttlich blitzend die Unterwelt mit Licht erfülltest [...]. Deine zu unseren Gunsten geschehene Theophanie nachstellend, erzeugen wir darum an diesem hochheiligen Samstag in Erinnerung an Dich, das wahrhaftig freudenreiche und ersehnte, in der Unterwelt göttlich erstrahlte und aus dem Grabe göttlich erglänzte Licht, Feuererscheinung. [...] Darum nehmen wir andächtig von dem auf Deinem lichttragenden Grabe immerwährend und immer leuchtend brennenden Licht und verbreiten dieses unter den an Dich, das wahre Licht, Glaubenden und bitten Dich und beten zu Dir, o höchstheiliger Herr, Du mögest es zur heiligenden Gabe erheben und mit Deiner ganzen göttlichen Gnade erfüllen durch die Gnade Deines lichttragenden, hochheiligen Grabes; und diejenigen, die es andächtig entgegennehmen, mögest Du segnen und heiligen [...] und gleichwie Du an jenem Tag den in der Finsternis und dem Todesschatten Sitzenden leuchtetest, so lass auch heute Dein reines Licht in unseren Herzen aufstrahlen, auf dass es uns erleuchte und erwärme und wir Dich, das einzig dem Urlicht entspringende, freudenreiche Licht, glaubensvoll bis in alle Ewigkeit rühmen. Amen.13
...Das Gebet ist tatsächlich höchst erhellend: An keiner Stelle ist von einem wundermäßig erscheinenden Feuer die Rede, sondern es ist lediglich ein natürliches Licht gemeint, das der Patriarch in Erinnerung an den auferstandenen Christus, das wahre Licht der Welt, entzündet. „Und das Gebet [...] fährt fort und erklärt, woher das Feuer genommen wird, das, nachdem die bündelartig zusammengeschnürten Kerzen des Patriarchen angezündet worden sind, an die Gläubigen weitergereicht wird. Und dieser Ort ist das Heilige Grab und Quelle dieses Feuers, das der Patriarch andächtig empfängt, ist die heilige Ewiglichtlampe, die IMMERWÄHREND dort brennt.“
...Zum Abschluss seiner Analyse weist Kalokyris mit besonderem Nachdruck auf das Wort „ἀναδείξῃς“ ‚erheben‛ hin, welches „klar ausdrückt, dass das Feuer (nicht nur nicht vom Himmel gesandt ist, sondern auch) noch nicht zur heiligenden Gabe erhoben wurde. [...] Wenn das Feuer aber [...] vom Himmel gesandt wäre, [...] würde der Patriarch ja wohl nicht darum beten, dass Gott es erheben möge. Und wie soll diese Erhebung geschehen? Das Gebet stellt es klar: durch die Gnade des Heiligen Grabes.“
...Zur Bekräftigung dieser Interpretation verweist Kalokyris auf die Gebete der Großen Weihe, die am Epiphanietag gesprochen werden („[...] dass das Wasser zur heiligenden und [...] Unheil abwendenden Gabe erhoben werden möge“) sowie auf die Wandlungsworte in der Liturgie von Basilius dem Großen, wo der Priester darum betet, dass Gott die eucharistischen Gaben „segnen, heiligen und erheben“ möge – genauso wie es beim Osterfeuergebet der Fall ist.

Die Gegenantwort


...Im Gebettext, widersprechen die Orthodoxen, sei keine Stelle zu finden, wo ausdrücklich steht, dass das Feuer nicht wundermäßig erscheine, sondern symbolisch angezündet werde (durch Menschenhand, versteht sich). Außerdem resultiere aus der Formulierung „[...] dass das Wasser zur Heiligungsgabe [...] erhoben werden möge“ nicht zwangsläufig, dass das Feuer nicht bereits heilig sei. Es sei einfach so, dass der Patriarch darum bete, dass die Gläubigen, die die gottgesandte Flamme andächtig entgegennähmen, gesegnet und deren Heiligkeit teilhaftig werden möchten – genauso wie es sich mit der Eucharistie verhalte, wo der Zelebrant nach der Ausgabe der (gewandelten und somit bereits heiligen) eucharistischen Gaben zusätzliche Gebete rezitiere, mit denen um die Segnung der Kommunionsempfänger gebeten werde.
...Diese Einwände sind jedoch ganz und gar unfundiert. Erstens kollidiert die Behauptung, das Gebet sage an keiner Stelle wörtlich, dass das Feuer nicht auf wundertätige Art und Weise herabkomme, sondern von jemandem symbolisch angezündet werde, mit der These, die Metallinos in seiner diesbezüglichen Studie explizit äußerte. Es sei daran erinnert, dass der hoch gelehrte Kleriker Kalokyris’ Schlussfolgerung, dass an keiner Stelle des Gebettextes auch nur andeutungsweise von einem vom Himmel gesandten Feuer die Rede sei, wortwörtlich als korrekt bezeichnete. Demnach stellt jeder Versuch, anhand des Gebettextes eine entgegengesetzte Schlussfolgerung zu ziehen, Metallinos’ Urteilsvermögen zwangsläufig in Frage. Gewiss kann die Orthodoxie nicht davon abhängig gemacht werden, was jeder noch so renommierte Theologe jedes Mal öffentlich verkündet, da aber seitens der Apologeten versucht wurde, den Sinn der besagten Aussage zu entstellen und die ganze Sache zu bagatellisieren, tut es Not, die Dinge einmal richtig zu stellen. Und die Fakten liegen so: Metallinos hat im Gebettext nicht eine Stelle, nicht ein noch so winziges Wörtchen finden können, das auch nur andeutungsweise auf ein Wunder schließen ließe.
...Und überhaupt, nach welcher Logik sollte man Schweigen als Argument für die Richtigkeit einer nicht auf wortwörtliche Aussagen oder konkrete Andeutungen gestützten Schlussfolgerung gelten lassen? Wie kann es denn angehen, dass, nur weil das Gebet keine Auskunft darüber gibt, was nicht ist, die Schlussfolgerung gezogen wird, dass dies doch durchaus sein könne? Statt also in wilde Spekulationen abzugleiten, die keine Grundlage haben, sollten wir uns lieber auf Handfestes beschränken – und da ist der greifbare Gebettext klar genug: Dass das Feuer nicht etwa vom Himmel herabkommt, sondern von Menschenhand stammt, geht z.B. aus der Wortgruppe „φωτοφάνειαν ποιούμεθα“ ‚wir erzeugen Lichterscheinung‛ hervor. Was das Partizipialattribut „ἐκκαιομένου φωτός“ ‚brennenden Lichtes‛ (unter Umständen auch möglich: ‚entfachten Lichtes‛) betrifft, mag es bei letzterer Lesart aufgrund des fehlenden Agens nicht eindeutig klar sein, dass hierbei eine Handlung vorliegt, die von jemandem vorgenommen wurde, doch unabhängig davon, ob das besagte Partizipialattribut die Vorstellung eines schon brennenden Lichtes konnotiert oder eher an ein Feuer denken lässt, das entweder sich von selbst entzündet hat oder aber auch von jemandem (vielleicht von Gott?) entfacht wurde, läuft die vorausgehende Formulierung „unablässig und immer leuchtend“ der Theorie eines nur einmal im Jahr wiederkehrenden Geschehens eindeutig zuwider. Außerdem ist die Agensangabe beim Passiv bekanntlich nur von sekundärem Interesse. Dass hier nicht explizit spezifiziert wird, wer oder was das Feuer zum Brennen bringt, ist daher kaum von Bedeutung, zumal die Wortgruppe „wir erzeugen Lichterscheinung“ vorausgeht. Was schließlich den symbolischen Charakter der Feueranzündung angeht, so sind die Formulierungen „τό φῶς [...] ἀναμιμνησκόμενοι“ ‚in Erinnerung an das [...] Licht‛, „θεοφάνειαν εικονίζοντες“ ‚Deine [...] Theophanie nachstellend‛ und „σήμερον λάμψον ἐν ταῖς καρδίαις ἡμῶν τὸ σὸν ἀκήρατον φῶς“ ‚lass auch heute Dein reines Licht in unseren Herzen aufstrahlen‛ mehr als eindeutig, weshalb der nicht nur theologisch, sondern auch sprachlich ausgebildete Kirchenprofessor auch keinen Einspruch gegen die Auslegung von Kalokyris erhob.
...Problematisch ist aber auch die angestrebte Parallele zur Eucharistie. Denn im Gegensatz zu dem, was vom Heiligen Lichtfeuer geglaubt wird, haben das Brot und der Wein der Eucharistie anfangs eine völlig natürliche Zusammensetzung und Herkunft; heilig werden sie erst nach dem diesbezüglichen Gebet des Priesters. Das Gleiche gilt auch für die Danksagungen, auf die sich die Orthodoxen aufgrund einiger Ähnlichkeiten mit dem Osterfeuergebet berufen: Sie werden ebenfalls erst nach der Ausgabe der eucharistischen Gaben gesprochen, sprich nachdem sich das nach chistlichem Glauben geschehende Wunder vollzogen hat und die Gläubigen seiner teilhaft geworden sind. Das Gebet des Patriarchen hingegen wird vor dem Eintritt des angeblichen Feuerwunders gesprochen, ergo zu einem Zeitpunkt, wo noch nicht einmal das winzigste Fünkchen übernatürlichen Feuers in der Grabkammer brennt.
...Was zuletzt die eucharistische Bitte „Möge mir durch die glühende Kohle Deines hochheiligen Leibes und Deines heiligen Blutes […] Deine ganze göttliche Gnade zukommen“14 betrifft, lässt sie in keiner Weise eine Parallele zu der im Osterfeuergebet enthaltenen Formulierung „Du mögest es […] mit Deiner ganzen göttlichen Gnade erfüllen“ zu. Im ersteren Fall wird nämlich darum gebetet, dass die göttliche Gnade den Gläubigen zukommen möge, die des sich nach orthodoxem Glauben vollziehenden Wunders (Wandlung der eucharistischen Gaben) schon teilhaftig geworden sind, wohingegen es im letzteren Fall darum geht, dass diejenige Materie mit Gnade erfüllt werde, die angeblich schon von Beginn gottgesandt sein soll.
...Daher bleibt die Frage offen: Hat ein überweltliches, außerkosmisches Feuer, das angeblich auf wundertätige Art und Weise unmittelbar der unerschaffenen Gottesgnade entspringt, irgendein Gebet nötig, um mit dem erfüllt zu werden, wovon es eigentlich per definitionem strotzen müsste?

Die Leibesdurchsuchung und die Ewiglichtlampe


...Was nun die „eingehende Leibesdurchsuchung“ betrifft, der der Patriarch angeblich vor dem Betreten der Grabeskapelle unterzogen werde, ist das alles nur „eine Legende, ein Produkt niedriger frommer Volksnaivität [...], das sein ehrliches und untadliges Verhalten zum ‚Betrug‛ herabwürdigt und ihn dabei als Komplizen bei der Bewerkstelligung eines Pseudowunders erscheinen lässt [...]“. Denn „die Entledigung der liturgischen Obergewänder bis auf das so genannte Sticharion stellt einen Teil des diesbezüglichen Kirchenrituals dar. Es handelt sich dabei also um ein Zeremoniell, das besagen soll, dass sich der Patriarch, bevor er sich der heiligen Grabeskapelle nähert und sie betritt, zum Ausdruck von Demut und äußerster Andacht der sein Amt anzeigenden Gewänder entledigt“ und nur noch „das Sticharion, das einfachste und von Klerikern jeden Ranges getragene Untergewand“, anbehält.15
...Was die Sache noch komplizierter macht: Es sind schon öffentliche Aussagen theologisch kompetenter Orthodoxen vernommen worden, denen zufolge die berühmte, an dem Tag angeblich lichtlose Ewiglichtlampe in Wirklichkeit doch brennt! Das wohl charakterischste Beispiel hierfür ist Protopresbyter Metallinos, der bei einem öffentlichen Fernsehauftritt in Anwesenheit des Skeptikers und ausgesprochenen Osterfeuer-Leugners Michalis Kalopoulos wortwörtlich die Ansicht aussprach, dass, „wenn Glaube vorhanden und dem jeweiligen Patriarchen Gottesgnade gegeben ist, das Wunder doch geschieht. Wenn kein Glaube vorhanden ist, dann kann schon die Ewiglichtlampe verwendet werden“.16 Allein, damit die Lampe bei persönlicher Unwürdigkeit des Patriarchen verwendet werden kann, muss sie ja auch angezündet sein! Wie sonst sollten seine Kerzen überhaupt zum Brennen kommen?17 Ebenso problematisch ist die Stellungnahme des Theologen Dimitrios Kokoris, der, obwohl er in seinem Buch Άγιο Φως (deutsch: „Das Heilige Feuerlicht“) das Löschen aller Lichtquellen in der Auferstehungskirche ausdrücklich erwähnte, bei einer live ausgestrahlte Fernsehdiskussion18 wiederholt verkündete, dass in der Grabkammer zwar brennendes Licht vorhanden sei, diese Lichtquelle aber nicht verwendet werde!
...Daraus ergibt sich notgedrungen die Frage: Wie kann es denn angehen, dass theologisch ausgebildete Menschen, die sich in relevanten Schriften ausführlichst mit dem Thema befasst haben, solcherlei Aussagen machen? Wie kann man den absurden Umstand kommentarlos durchgehen lassen, dass Kokoris in seinem Buch dem Leser versichert, dass an dem Tag keine Lichtquelle in der Kirche brenne, im Fernsehen jedoch wiederholt und wörtlich zugab (es kann also kein Versprecher gewesen sein), dass in der Grabeskapelle zwar freilich eine brennende Flamme vorhanden sei, der Patriarch aber seine Kerzen nicht daran anzünde?
...Es ist daher sonnenklar, dass selbst unter Menschen, deren Wort – zumindest theoretisch – von schwerwiegender Bedeutung ist, schwere Konfusion herrscht, um nicht zu sagen Doppelzüngigkeit. Denn worum es hier geht, ist weniger herauszufinden, wie es sich mit der Ewiglichtlampe wirklich verhält, als eher die inkonsistenten und abweichenden Aussagen orthodoxer Theologen zu erklären und nachzuvollziehen. Was die christliche Fachliteratur zum Thema sagt, ist ja schon bekannt. Was aber nicht bekannt ist und deshalb weiterer Nachforschung bedarf, ist, warum sich die Apologeten gegenüber solcherlei absurden Aussagen taubstumm stellen.

Die „Unschuld“ der Kirche und die unbeantworteten Fragen


...Kalokyris’ Studie, die, wohlgemerkt, von der Bruderschaft des Heiligen Grabes moralisch sowie materiell unterstützt wurde (daher auch die vorangestellte Dedikation des Autors), wirft riesige Fragen auf und lässt alle zweifelnden Stimmen, die sich gegenüber diesem dubiösen Phänomen je erhoben haben, berechtigt erscheinen. Denn tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass wir es hierbei doch nicht mit einem herabgebeteten Wunder zu tun haben, sondern mit einer uralten Kirchenzeremonie von hohem symbolischem Wert; eine These, die interessanterweise sogar unter hoch gestellten Vertretern des Klerus anzutreffen ist. Das wohl beeindruckendste Beispiel hierfür ist jene unglaubliche, öffentlich gemachte Aussage19 des Locum tenens des Patriarchenthrons von Jerusalem, Metropoliten von Petra Cornelios, der zufolge das sagenumwobene Licht an der Ewiglichtlampe angezündet werde, anfangs völlig natürlich sei und erst durch die Gebete des Patriarchen geheiligt werde!
...Nichtsdestotrotz, obwohl Herr Kalokyris die Kirche für ihre Taktik kritisiert, „über den subjektiven religiösen Enthusiasmus und die heilige Erregung [der Gläubigen] hinwegzuschweigen (womöglich aus der Überlegung heraus, das religiöse Gefühl des einfachen Volks nicht zu erschüttern)“, spricht er sie am Ende doch von jeder Verantwortung frei, „da die zuständige Kirche von Jerusalem durch eine spezielle Ritualhandlung (das Osterfeuergebet) offiziell die volle Wahrheit über das Heilige Feuer und dessen Natur zum Ausdruck bringt“.20
...Durch die Überbetonung der Redlichkeit des Patriarchen und die bequeme Behauptung, dass schuld an der Mythologisierung des Rituals nicht die Kirche sei, sondern das einfache Volk, werden allerdings so manche Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel: Wenn das Feuer tatsächlich auf eine völlig natürliche Art und Weise entsteht, warum beteuern dann die Patriarchen, dass genau das Gegenteil der Fall sei21? Und wieso weist ihre Aufenthaltszeit in der Grabeskapelle zuweilen erhebliche Schwankungen auf? Und wie ist es zu erklären, dass sich die Kerzen mancher Pilger von selbst entzünden? Und die Öllampen? Wieso gehen die auch von allein an? Welche Erklärung gibt es dafür? Wenn, wie die innerkirchlichen Kritiker behaupten, gar kein Wunder vorliegt, so müsste doch mal endlich auf die unbequeme Frage eingegangen werden, von wem diese große Show inszeniert wird. Wer ist es also? Und wer es auch immer sein mag, warum lässt man es zu, dass der „Irrglauben des ungebildeten Volks“ weiterhin bestärkt wird?
...Das sind äußerst wichtige Fragen, die jedoch leider weder Kalokyris noch die anderen von innen Kritisierenden wagten in ihre Kritik mit einzubeziehen. Sie haben angezweifelt, entmythologisiert, gebrandmarkt, aber dennoch nicht den Mut gefunden, den Finger in die Wunde zu legen. Tatsache ist jedenfalls, dass sich die Realität des Gebets unmöglich mit der Realität all dieser merkwürdigen Phänomene harmonisieren lässt, die in der Auferstehungskirche bezeugt werden. Denn wäre das alles tatsächlich göttlichen Ursprungs, hätten wir nicht die absurde Situation, dass der Zelebrant um die Heiligung eines Lichtes betet, das bereits höchst heilig sein soll!
...Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Wunder ist tatsächlich echt, doch die Patriarchen beharren schon seit Jahrhunderten unverständlicherweise darauf, ein Gebet mit eindeutig irrelevantem Inhalt emporzusenden, oder das Gebet beschreibt eben genau das, was in Wirklichkeit geschieht, und manche müssten dann für eine der größten religiösen Betrügereien, die je in der Menschheitsgeschichte fabriziert wurden, zur Verantwortung gezogen werden!

Die ältesten Zeugnisse


...Bei dem Versuch, die gähnende Kluft der lichtlosen Jahrhunderte zu überbrücken und dem „Wunder“ ein höheres Alter zuzuschreiben, als ihm in Wirklichkeit zukommt, sprechen viele Orthodoxen von einer „zeitlichen Kontinuität, die bis in das 1. Jahrhundert zurückreicht, da Apostel Petrus das Licht im Grabe Jesu erblickte“22, und beschuldigen Adamantios Korais, den wohl bedeutendsten griechischen Vertreter der Aufklärung und ausgesprochenen Osterfeuer-Leugner, dafür, dass er in seinem Streitdialog, wenngleich aus den von ihm verwendeten Quellen hervorging, dass das Phänomen bis ins ausgehende 8. Jahrhundert zurückreichte, die erste Erwähnung des Lichtes erst ins Jahr 870 verlegte23 – immerhin eine nachvollziehbare Kritik. Zeugnisse aber, die noch weiter zurückliegen, gibt es trotz entgegengesetzter Behauptungen nicht. Egerias Pilgerbericht z.B., den die Apologeten ebenfalls bei den Belegen mitzählen, beschreibt die Feuerentzündung, wie bereits erwähnt, keineswegs als gottgesandt. Hätten sich aber all die seltsamen Phänomene, von denen heute immer wieder berichtet wird, auch zu Egerias Zeit ereignet, hätte die berühmte Pilgerin bestimmt nicht versäumt, sie zu erwähnen. Es ist daher eindeutig klar, dass sich das besagte Zeugnis nicht mit der Version der Orthodoxen in Zusammenhang bringen lässt. Das winkeladvokatische Gegenargument, Egeria gebe nirgends Auskunft darüber, ob das Feuer wundermäßig zum Brennen komme oder nicht, hält genauso wie der Einwand, dass das Gebet nirgends wörtlich sage, dass das Feuer nicht vom Himmel herabkomme, keiner ernsthaften Kritik stand. Denn es grenzt schon ans Absurde zu verlangen, dass alles, was zu welchem Thema auch immer geäußert wird, auch jede andere beliebige theoretische Möglichkeit wörtlich ausschließt, die einem jeden passt! Oder hätte Egeria etwa klarstellen müssen, dass das, was erst einige Jahrhunderte später eintreten sollte und von dessen Existenz sie daher noch nicht einmal wusste, nicht der Fall sei?
...Nicht minder problematisch ist aber auch der viel zitierte Verweis auf Johannes von Damaskus, Kathisma des Orthros, Oktoechos, 4. Plagalton: „[…] und da Petrus ans Grab herbeigeeilt kam, sah er das Licht darin und verwunderte sich; und er sah auch die leinenen Tücher alleine liegen; denn es vermag ja niemand im Dunkeln zu sehen, was vor ihm liegt; und er glaubte und rief aus: ‚Gerühmt sei Dein Name, o Herr mein Gott!‛ […]“24
...In obiger Passage einen handfesten Beleg für das Heilige Lichtfeuer von Jerusalem zu sehen, grenzt schon an ein wahres Wunder! Es sei nämlich darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um ein historisches Zeugnis handelt, sondern lediglich um einen sich auf die Evangelien beziehenden Kommentar, der zu allem Übel mit den diesbezüglichen biblischen Berichten nicht konform geht. An den relevanten Bibelstellen ist nämlich nirgends von irgendeinem Licht zu lesen, das Petrus angeblich in Staunen versetzt und zum Glauben gebracht haben soll! Das sind alles an den Haaren herbeigezogene Hineininterpretationen, die jeder Grundlage entbehren. Das Fehlen jeglicher Erwähnung von Licht versuchen allerdings die Orthodoxen durch das Gegenargument zu umgehen, dass, nachdem „es noch finster war“, als Petrus ans Grab gekommen sei, er trotzdem habe erkennen können, wie „die Binden gelegt“ gewesen seien, logischerweise irgendeine andere, nicht von den weiß glänzenden Engeln stammende Lichtquelle vorhanden gewesen sein müsse.25 Wie aber auch der athonitische Archimandrit Prokopios Dendrinos um 1833 treffend bemerkte, wird dabei übersehen, dass laut Johannesevangelium nicht Petrus derjenige war, der zum Grab aufbrach, „da es noch finster war“, sondern Maria Magdalena.26 Berücksichtigt man dazu den dreimal zu Fuß zurückgelegten Weg wie auch die Zwischenfälle, die sich laut Evangelien zugetragen haben sollen, erscheint die Argumentation der Apologeten kaum nachvollziehbar. Mal zur Erinnerung: Am ersten Tag der Woche begab sich Maria zum Grab, woraufhin sie eine übernatürliche Begegnung mit einem Engel hatte. Noch unter Schockeinwirkung stehend, trat sie dann den Weg zurück an, um den Jüngern die frohe Botschaft zu verkünden. Unterwegs aber hatte sie laut Matthäus eine neue übernatürliche Begegnung – diesmal mit dem auferstandenen Jesus selbst! Endlich bei den Jüngern angelangt, erwartete sie jedoch weiterer Stress: Die Jünger hielten sie für übergeschnappt und wollten nicht glauben, dass die Geschichte mit der Auferstehung wahr sei. Einige von ihnen, darunter auch Petrus, haben sich dann aber schließlich doch überreden lassen und sind zum Grab geeilt, um die Nachricht selbst zu überprüfen. Und dann war es endlich soweit.
...Daraus lässt sich wohl nur eins schlussfolgern: In der zwischen Marias frühmorgendlichem Aufbruch und Petrus’ Ankunft am Grab liegenden Zeit musste die Dunkelheit logischerweise weitgehend gewichen sein. Mit anderen Worten: Im Gegensatz zur winkeladvokatischen Auslegung der Orthodoxen sah Petrus laut Bibel kein vom Himmel herabgestiegenes Licht, das sich in irgendeiner Weise mit dem so genannten Karsamstagsfeuerwunder von Jerusalem in Zusammenhang bringen ließe. Ebenso gegenstandslos ist deshalb auch der Verweis auf Gregors von Nyssa Zweite Rede über die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus aus dem 4. Jahrhundert: „Und als Dieß [sic!] Petrus und sein Begleiter wahrnahmen, glaubten sie, indem sie nicht bloß einfach, sondern auch mit dem besseren und apostolischen Geiste sahen. Denn das Grab war voll von Licht, so daß sie, wenn es auch noch Nacht war, das Innere in doppelter Weise sahen, sowohl durch sinnliche als auch durch geistige Wahrnehmung. […]“27
...Was schließlich die Behauptung betrifft, zwischen 326 und 331, sprich noch während der Errichtungsphase der Auferstehungskirche, sei das Wunder von Gregor dem Erleuchter herabgebetet worden, sei darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine mündlich überlieferte Information handelt, die erst 1000 Jahre später schriftlich festgehalten wurde und mit den Worten „Man sagt“ beginnt!28 Das Gleiche gilt auch für den Verweis auf den griechischen Priester Nikitas, der sich um die Mitte des 10. Jahrhunderts in einem an den byzantinischen Kaiser Konstantin Porphyrogennetos adresssierten Brief auf eine mündliche Überlieferung bezog, der zufolge sich das Wunder bis in die Zeit nach der Himmelfahrt Christi zurückverfolgen lasse29.
...Daraus wird also klar, dass sich die Dinge nicht durch Verbalakrobatik und wildes Herumspekulieren ändern lassen: Die großen Kirchenväter, aber auch all jene Pilger und Reisenden, die das Heilige Land jahrhunderte lang kreuz und quer durchzogen, schweigen weiterhin sadistisch über das angebliche Wunder und lassen die Gläubigen mit einem riesigen Fragezeichen dastehen30. Dabei ist die Antwort auf dieses quälende Warum ganz einfach: Weil es gar kein Wunder gab! Nach zahlreichen frühchristlichen Zeugnisberichten war nämlich das, was jeden Karsamstag in Jerusalem stattfand, lediglich eine Zeremonie, bei der ein völlig natürliches, erschaffenes Licht gesegnet wurde, das aus einer oder auch mehreren Tag und Nacht in der Grabkammer brennenden Öllampen stammte.31 Irgendwann aber – höchstwahrscheinlich so um das ausgehende 8. Jahrhundert – entrückte diese Zeremonie ins Mythische, sodass das „Wunder“ entstand. Das sind alles keine haltlosen Mutmaßungen, sondern die ernüchternde Schlussfolgerung, die bei sorgfältigem Studium der Quellen nahe gelegt wird.

Die Natur des Lichtes


...Auch hierbei scheint es Probleme zu geben: Nach orthodoxem Glauben ist es nur wenigen vergönnt, des unmittelbar aus der Energie des Dreieinen Gottes hervorgehenden unerschaffenen Lichtes teilhaftig zu werden, und zwar nur denjenigen Auserwählten, die es durch reinherziges Beten und ausdauernde Askese geschafft haben, höhere geistige Ebenen zu erreichen. Als erschaffen hingegen wird das natürliche Licht verstanden, das entweder von Menschenhand stammt (z.B. Kerzenlicht) oder auf verschiedene natürliche Ursachen zurückgeht (z.B. Sonnenlicht). Doch wie verhält es sich nun mit dem „Heiligen Licht“? Um was für ein Licht handelt es sich dabei? Ist es erschaffen oder unerschaffen? Letztere Möglichkeit scheidet ja gleich aus, denn wäre es erschaffen, dann „wäre es nicht differenzierungslos von allen wahrnehmbar: von Gerechten und Ungerechten; von Sündern und Gereinigten; von Gläubigen oder Ungläubigen; von gleichgültigen Touristen und allerlei Schaulustigen; von Orthodoxen und Heterodoxen, sogar von Spöttern des Glaubens und fanatischen Fremdgläubigen“32. Und da erstere Interpretation den Ausschluss jeder Möglichkeit eines Wunders zur Folge hätte, behaupten die Orthodoxen, dass das Heilige Lichtfeuer in Wirklichkeit eine Zwischenform sei: zwar aus der unerschaffenen Gnade Gottes hervorgehend, doch gewiss nicht das unerschaffene Tabor- und Auferstehungslicht. „So wie Wasser und Öl geheiligt werden, wird auch das Element des Feuers geheiligt“. Exakt mit diesen Worten beschrieb der Metropolit von Naupaktos und Agios Vlasios Hierotheos Vlachos in einem Artikel33 der Zeitung To Vima das Phänomen; übersehen hat er jedoch die entscheidende Einzelheit, dass er das Licht durch dessen Gleichsetzung mit völlig natürlichen Stoffen wie Wasser und Öl, die nach christlichem Glauben erst nach dem speziellen Gebet des Priesters heilig werden, ungewollt auf dieselbe Ebene stellte: anfangs natürlich und erst nach dem Gebet des Patriarchen heilig! Daraus wird klar, dass sich die Frage nach der Natur des Feuers auch nicht durch die besagte Interpretation des Metropoliten von Naupaktos regeln lässt. Ganz im Gegenteil: Sie wird dadurch erheblich komplizierter!
...Einen ähnlichen Fehler finden wir beim Gelehrten Nikolaos Logadis (1779–1835) wieder, der in seinem unveröffentlichten Werk Αντιπροσβολή (deutsch: „Widerlegung“) bei dem Versuch, eine Erklärung dafür zu liefern, dass das Feuer nicht unverändert bleibt (nur vorübergehende Feuerunempfindlichkeit), es mit dem Taufwasser verglich, das ja ebenfalls geheiligt werde und den Gläubigen mit Gottesgnade erfülle, sich trotzdem anschließend verändere. Genauso wie Hierotheos konzentrierte er sich also auf die Gemeinsamkeit zwischen dem Wasser und dem Heiligen Lichtfeuer (wohltuende Kraft), übersah aber dabei völlig den höchst wichtigen Unterschied, dass das Erstere nicht wundermäßig erscheint und daher vor dem Gebet des Priesters noch keine Heiligkeit besitzt. Wie kann man da also überhaupt von einer Parallele zum Osterfeuer sprechen?
...Laut Logadis komme das Feuer dennoch tatsächlich buchstäblich vom Himmel herab; da es aber nicht aus dem unveränderlichen Wesen Gottes hervorgehe, sei es nicht unerschaffen und deshalb (nach anfänglicher Feuerunempfindlichkeit) Veränderungen unterworfen.34 – Wie kann es aber nur möglich sein, dass das Licht einerseits angeblich der unerschaffenen Gnade Gottes entspringt, andererseits aber „nicht aus dem unveränderlichen Wesen Gottes“ hervorgeht? Wahrlich ein Mysterium ...

Die Frage nach der Notwendigkeit des Wunders


...Darüber hinaus muss auch folgende Frage beantwortet werden: Weshalb wohl muss dieses überwältigende, doch zugleich so vorhersehbare Wunder jahraus jahrein immer wieder geschehen? Soll etwa dadurch der göttlichen Gnade und der Orthodoxie Ruhm erwiesen werden, wie in zahlreichen apologetischen Texten immer wieder zu lesen ist? Sollen die Gläubigen bestärkt und die Ungläubigen bekehrt werden? Komisch, sonst heißt es doch immer, der Glaube sei ein Produkt des freien, unbeeinflussten Willens des Menschen und werde nicht durch die Kraft des mächtigeren Gottes aufgezwungen ... Warum aber treffen jetzt all die schönen Worte nicht auch auf das Heilige Lichtfeuer zu? Wo soll denn da bitte der Unterschied liegen? – Tja, ist ein seltsamer Grundsatz einmal zugegeben, so folgt das übrige ja von selbst …
...Zur Bestätigung des eben Gesagten sei an jene unglaubliche öffentliche Aussage von Metallinos erinnert, der zufolge, wenn Glaube vorhanden und dem jeweiligen Patriarchen Gottesgnade gegeben sei, das Wunder doch geschehe, anderenfalls die Ewiglichlampe verwendet werden könne. Sind denn die Orthodoxen imstande, die Gewichtung dieser Aussage zu erfassen? Sind sie sich darüber im Klaren, dass durch diese nebelöse Zwischeninterpretation nicht nur das „Wunder“ relativiert und gemäßigt wurde; nicht nur die Frage offen blieb, wann das Feuer durch die Jahrhunderte hindurch tatsächlich wundermäßig erschienen sei und wann nicht; nicht nur die Möglichkeit nicht ausgeschlossen wurde, dass die Feuerentzündung auf eine ganz natürliche Art und Weise erfolgt; nicht nur all jenen Orthodoxen widersprochen wurde, die uns kategorisch versichern, dass an dem Tag keine brennende Lichtquelle in der Grabkammer verfügbar sei, sondern auch an der Kirchenlehre gerüttelt wurde, die besagt, dass die Segnung der Gläubigen beim Vollzug von Sakramenten, Gebetshandlungen und sonstigen rituellen Akten auf keinen Fall von der Würdigkeit des zelebrierenden Priesters abhängig sei35?
...Wie dem auch sei, Tatsache bleibt, dass der Mensch, den manche Apologeten versucht haben als ausgesprochenen Osterfeuer-Verteidiger hinzustellen, trotz der Tatsache, dass er die goldene Gelegenheit hatte, in Anwesenheit des größten zeitgenössischen Osterfeuer-Leugners Griechenlands und vor Millionen orthodoxen Fernsehzuschauern klipp und klar zu sagen, was andere an seiner Stelle lauthals hinausgeschrien hätten, nichts dergleichen tat. Stattdessen beschränkte er sich auf eine eher improvisierte, mitteldingmäßige Zwar-Aber-Formulierung, die statt den Christen die bittere Pille zu versüßen, schließlich noch mehr Fragen aufwarf.36

Die Säule


...Ein weiterer Punkt, bei dem es sich zu verweilen lohnt, ist die berühmte Säule am Haupteingang der Grabeskirche und das Wunder, das sich um sie rankt: Als einst dem Patriarchen willkürlich der Zutritt in die Grabeskirche verwehrt worden sei, sei das Feuer angeblich vor aller Augen auf wundertätige Art und Weise durch eine Säule hervorgeschossen, woraufhin dann der Oberpriester seine Kerzen an der brennenden Stelle entzündet habe!
...Viele Orthodoxen sprechen dabei von einem historischen Ereignis, und das, obwohl selbst zum harten Kern gehörende Apologeten hierbei zur Zurückhaltung raten. Tatsache ist jedenfalls, dass hinter diese Geschichte ein dickes Fragezeichen gesetzt werden muss. Erstens wissen wir nicht, wann genau sich das alles zugetragen haben soll: Geschah es zwischen 1579 und 1580 unter Sophronios IV. oder 1520, sprich sechzig Jahre früher, unter Dorotheos II.37? Oder waren es vielleicht zwei unterschiedliche Ereignisse? Und wie ist der Riss in der Säule genau entstanden: Ist das Licht aus dem Inneren der Grabeskirche durch die Säule hervorgebrochen oder kam es in Form eines Blitzes vom Himmel herabgeschossen38? Und schließlich: Wer steckte hinter der angeblichen Intrige gegen die Orthodoxen? Waren es die Armenier oder die römischen Katholiken? (Ganz davon zu schweigen, dass sich 1634 unter Theophanes III. angeblich ein weiteres ähnliches Wunder ereignet haben soll und zwar wieder durch armenische Involvierung ausgelöst; nur sei das Feuer diesmal nicht aus einer Säule entsprungen, sondern durch eine Öffnung im Kuppeldach der Rotunde!)39
...Untersucht man jedoch diese Geschichten etwas näher, so werden doch so manche Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel: Der Riss im unteren Teil der Säule ist nicht durchgängig. Da muss also eine überzeugende Erklärung dafür geliefert werden, wie – vor allem aber warum – das Heilige Lichtfeuer, als es das materielle Hindernis der Säule von innen durchdrang, nur an der Außenseite seine Spuren hinterließ. Es sei denn, der Riss wurde im Gegensatz zum allgemeinen Glauben von außen nach innen verursacht und nicht von innen nach außen. In seiner Studie behauptet Kalokyris, dass es sich dabei um einen Blitzeinschlag gehandelt habe, ohne jedoch näher darauf einzugehen oder zu spezifizieren, wodurch das belegt wird. Von hohem Interesse ist nichtsdestotrotz seine Mutmaßung, dass die Legende vom wundermäßigen Erscheinen des Feuers durch die Säule hindurch möglicherweise mit der alten, durch Clemens von Alexandrien überlieferten Tradition korreliere, der zufolge Gott „die Menschen durch Feuer überrascht und ihnen Furcht einflößt, indem er die Flamme aus einer Säule hervorlodern lässt“.40
...In seinem Buch Άγιον φως (deutsch: „Das Heilige Feuerlicht“) beruft sich jedoch Haris Skarlakidis auf den russischen Experten für Bruchmechanik Professor Evgenii Mikhailovich Morozov, der nach eingehender Begutachtung hoch aufgelöster Photos befunden haben soll, dass der Riss in der Säule nur als Ergebnis elektrischer Entladung zu erklären wäre.41 Das gleiche fachmännische Urteil wurde interessanterweise auch vom griechischen Professor für Materialmechanik Georgios A. Papadopoulos abgegeben, wobei noch der bedeutsame Nachsatz hinzugefügt wurde, dass die elektrische Entzündung mit einer aufwärts verlaufenden starken seismischen Welle zusammengefallen sein müsse. Befremdlicherweise ging jedoch der griechische Professor sogar so weit, den ihm vorgelegten christlichen Quellen blinden Glauben zu schenken und die von ihm gemutmaßte Koinzidenz als Wunder zu werten! Denn, wo keine wissenschaftliche Erklärung vorhanden sei, liege ein Wunder vor42!
...Nichtsdestotrotz fragt man sich nun berechtigterweise, wie es möglich gewesen sein soll, dass sich die Armenier – oder welche Un-, Fremd- oder Andersgläubigen auch immer – bei solchen unglaublichen Ereignissen nicht stehenden Fußes von ihren irrigen Überzeugungen lossagten und scharenweise zur Orthodoxie übergetreten sind. Immerhin sind seither mehr als 400 Jahre ins Land gezogen und das Wunder soll sich ebenso viele Male vor aller Augen wiederholt haben. Wie können sie da noch an der Richtigkeit der orthodoxen Lehre zweifeln? Da muss ja der armenische Geistliche, der den griechischen Patriarchen bis in die Grabeskapelle hineinbegleitet und jede seiner Bewegungen angeblich mit Argusaugen mitverfolgt, wohl „der ungläubigste Christ aller Zeiten“ sein, wie Kalopoulos in seinem themenrelevanten Buch humorvoll bemerkt. „Nur der Teufel wäre so negativ eingestellt!“43

Die griechisch-orthodoxe Exklusivität


...Ein weiteres untrennbares Element des angeblichen Wunders ist die berühmte griechisch-orthodoxe Exklusivität: Das Heilige Feuerlicht soll bisher noch nie von einem Zelebranten herabgebetet worden sein, der nicht griechisch-orthodox gewesen wäre! Nichtsdestotrotz scheint die Sache – ich will es mal vorsichtig formulieren – nicht ganz geklärt zu sein. Denn abgesehen von der von Korais überlieferten Auskunft (nach anderen eher Mutmaßung), dass die römischen Katholiken während ihrer Herrschaft in Jerusalem (1099–1187) „durch dieses Wunder 88 Jahre lang ihre Unfrommigkeit nährten“44; abgesehen von der in Psarakis’ Jerusalemer Anthologium enthaltene Anmerkung, dass „die Anführer der Kreuzfahrer das Ritual des Heiligen Feuers als eine wahre Goldgrube ansahen [...] und mit der Heiligen Flamme intensiven Handel trieben“45; abgesehen vom Zeugnis des französischen Theologen und Geschichtsschreibers Guibert von Nogent, dem zufolge sich die Herabkunft des Heiligen Lichtfeuers am ersten Karsamstag der Kreuzfahrerherrschaft zwar dramatisch verzögert habe, schließlich aber doch eingetreten sei46, und ebenfalls abgesehen von der Tatsache, dass die Kreuzfahrer damals unbeirrt beteuerten, das Wunder geschehe nur bei ihnen47, gibt es auch das aus dem Jahr 1168 datierende Augenzeugnis des Mönchs Bartolomeo aus Brixia. Über dieses Zeugnis, welches das „Wunder“ 19 Jahre vor der Rückkehr des Heiligen Grabes unter die Kontrolle der byzantinischen Ostkirche bezeugt, setzen sich jedoch die orthodoxen Apologeten bequem hinweg, indem sie es als verdächtig und unannehmbar bezeichnen. Warum? Weil Bartholomeo das Licht nur 1168 gesehen habe und nicht auch bei seinem ersten Pilgerbesuch zehn Jahre vorher!48 Hier drängt sich aber natürlich der Vergleich mit Egerias zurechtinterpretiertem Zeugnis auf, das, obwohl darin nicht einmal andeutungsweise von irgendeinem Wunder die Rede ist, von den Orthodoxen willkürlicherweise als Beleg mitgezählt wird ...

Die Erscheinungsformen des Lichtes


...Was jetzt die Form anbelangt, in der das Licht äußerlich sichtbar wird, sieht die Sache noch komplizierter aus: Während in den ältesten Berichten lediglich von einem vom Himmel herabkommenden Licht die Rede ist, das nicht näher spezifiziert wird, erscheint das Phänomen ab dem 10. Jahrhundert entweder in der Gestalt einer Taube über dem offenen Kuppeldach der Rotunde oder als göttlicher Goldregen (hier drängt sich natürlich die Parallele zum altgriechischen Mythos von Danae auf49). Demgegenüber wird heute von hellblauen Blitzen, umherschwebenden Lichterscheinungen und in Flammen stehenden, doch unversehrt bleibenden Bauten berichtet!
...Die Frage, wie all diese unglaublichen Dinge sonst passieren könnten, wenn nicht wundermäßig, ist sicherlich ein Thema für sich. Viele Phänomene, die für die Orthodoxen unwiderlegbare Beweise göttlicher Präsenz darstellen, lassen sich jedoch problemlos erklären, ohne gleich auf das Übernatürliche zurückgreifen zu müssen. Der vermeintliche Feuerball z.B., der sich in jenem viel diskutierten Video des Archimandriten Antonios Stylianakis durch die dicht gedrängte Pilgermenge manövrierte, ohne den Dabeistehenden Verbrennungen zuzufügen oder gar von ihnen wahrgenommen zu werden, kann – wie durch die detaillierte Untersuchung der strittigen Szene feststellbar ist – nichts anderes gewesen sein als einer der zahlreichen Fackelträger, die kurz vor dem Heraustreten des Patriarchen aus der Grabesädikula durch einen vorher durch die Polizei freigehaltenen Durchgang hindurchrennen!50 Ebenso rationalistisch lassen sich auch die verschiedenen Blitze, Feuerzungen, aufleuchtenden Lichter und sonstigen Lichterscheinungen erklären, die im Nachhinein unter dem Foto- und Videomaterial mancher Pilger angeblich auf wundertätige Art und Weise zum Vorschein kommen. Das sind alles Phänomene, die logische Erklärungen zulassen.51 Selbst über das Rätsel der spontanen Selbstentzündungen von Kerzen und Öllampen gibt es konkrete Verdächte und Mutmaßungen, die einen Betrug nahe legen. Am bekanntesten hiefür ist die Theorie, der zufolge das scheinbar übernatürliche Phänomen auf chemische Manipulationen zurückzuführen sei, die von den Mönchen in betrügerischer Absicht vorgenommen würden. Laut Kalopoulos, dem zeitgenössischen Vertreter und Fortsetzer dieser Theorie, würden die Kerzen vor der Zeremonie in weißen Phosphor getaucht, um sich dann an der Luft wie von selbst zu entzünden und dadurch auf ein Wunder schließen zu lassen. Zur Bekräftigung seiner Annahme hat der 62-jährige Skeptiker sogar schon mehrmals live im Fernsehen demonstriert, wie das in etwa funktionieren könnte.52
...Obige Theorie lässt freilich so einige Fragen unbeantwortet. Man fragt sich z.B. berechtigterweise, wie denn ein ausgedehnter Kontakt mit einem chemischen Element möglich sein soll, das bekanntlich hochgiftig ist und deshalb schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann. Außerdem wurde Phosphor erst im 17. Jahrhundert entdeckt, wohingegen das „Wunder“ sich, wie bereits dargelegt wurde, bis ins ausgehende 8. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Diesbezüglich beruft sich aber Kalopoulos auf einige Bibelstellen53, die den Verdacht auf verborgenes Feuerwissen nahe legen würden, und verweist darauf, dass das Vorkommen von Naphta-, Asphalt- und Schwefelquellen im Vorderen Orient bereits aus antiker Zeit überliefert sei54 und eine zentrale Rolle bei der Ausübung des zoroastrischen Feuerkults gespielt habe. Daher sei es durchaus möglich, dass dieses uralte geheime Priesterwissen über die Jahrhunderte weitergereicht worden sei, bis es irgendwann auch zu den Christen gelangt und von ihnen zur Düpierung der Gläubigen verwendet worden sei55.
...Ob und inwieweit diese Vermutungen zutreffen, sei dahingestellt. Tatsache jedenfalls ist, dass nicht alle Gegenargumente der Orthodoxen gleich plausibel klingen. Die Frage z.B., wie es denn möglich sein soll, dass Kerzen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten erworben werden, sich jeder Logik zuwider zur gleichen Zeit entfachen würden, beruht auf der irrigen Vorstellung, dass alle Kerzen von selbst – und auch noch zur gleichen Zeit – angehen. Die spontane Selbstentzündung sämtlicher Kerzen ist aber eine gewaltig aufgebauschte, schon längst in mythische Sphären entrückte Behauptung, die keinewegs den Tatsachen entspricht. Zum Beweis dessen sei nur auf das im Internet reichlich vorhandene Videomaterial verwiesen, wo deutlich dokumentiert ist, wie der Patriarch nach seinem Heraustreten aus der Grabeskapelle das Feuer weiterreicht und wie Pilger sich gegenseitig die Kerzen anzünden.56 Im hypothetischen Fall eines Betrugs beweist daher die Tatsache, dass die Kerzen schon mehrere Tage zuvor zum Verkauf angeboten und somit zu unterschiedlichen Zeitpunkten gekauft werden, gar nichts, denn von Belang wäre ja nicht die Frage, zu welchem Zeitpunkt die Kerzen erworben werden, sondern wann und in welchem Ausmaß die angenommene Manipulation stattfände. Diesbezüglich verweist übrigens Kalopoulos auf den ehemaligen Leiter des Forschungsinstituts Demokritos Nikos Katsaros, der bei einem Fernsehinterview bestätigt hat, dass sich die Zeitverzögerung der Zündung des Phosphors sogar auf mehrere Tage belaufen könne57! Darüber hinaus muss das Phänomen, dass die Kerzen kurz vor ihrer Selbstentzündung Rauch abgeben58, als äußerst suspekt gewertet werden. Genau das Gleiche passiert nämlich beim Phosphor, und der Gedanke, dass sich ein gottgesandtes Feuer ähnlich verhalten sollte, klingt zumindest befremdlich, wenn nicht gar belustigend. Schließlich ist die Möglichkeit, dass es gelegentlich tatsächlich zu vorzeitigen Entzündungen kommt, durchaus real. In seinem Buch schildert Kalopoulos einen tragikomischen Vorfall, bei dem, anstatt dass sich die Kerze einer jungen Frau entzündet hätte, ihr Hut Feuer fing! „Was wohl bedeutet, dass […] jemand mit dem chemisch bearbeiteten Kopf seiner Kerze versehentlich ihren Hut berührte, sodass der Glaube der jungen Dame zum Zeitpunkt des Wunders ihren Hut entfachte und nicht ihre Kerze!“59

Der zeitliche Rahmen


...Im Laufe der Jahrhunderte wurde übrigens nicht nur die Art und Weise differenziert, auf die das „Wunder“ immer wieder geschehen sein soll, sondern auch der zeitliche Rahmen, in dem es angeblich stattfand. Einst, so um das Ende des 4. Jahrhunderts herum, ging die rituelle Feuerentzündung immer am Nachmittag an; später, vom 5. bis zum 7. Jahrhundert60, fand das Ganze erst nach Sonnenuntergang statt und heute – offenbar um den Transport des Feuers in andere orthodoxe Länder zu ermöglichen – schon um 12.00 mittags, wobei sich das Fest (natürlich!) immer am Julianischen Kalender orientiert. – Τja, da scheint aber Gott voll nach der Pfeife der Orthodoxen zu tanzen, also wirklich!

Die Feuerunempfindlichkeit


...Die evolutive Entwicklung des heftig umstrittenen Feuerwunders durch die Zeit hindurch musste aber unweigerlich auch seine nach allgemeiner Meinung beeindruckendste Eigenschaft berühren, nämlich die Feuerunempfindlichkeit: Laut Orthodoxen verursache die Flamme anfangs keine Verbrennungen, und erst nach dem Verstreichen von ganzen 33 Minuten erlange sie ihre natürlichen Eigenschaften. Das Wundersamste daran sei jedoch, dass die Feuerunempfindlichkeit nicht mit dem Glaubensgrad bzw. mit den jeweiligen religiösen Anschauungen korreliere, sodass das Phänomen selbst von Menschen erlebt werde, die gar nicht an seine Authenzität glaubten! Was wiederum heißt, dass sich auch hierbei im Laufe der Zeit bedeutende Änderungen vollzogen haben. Denn zumindest zur Zeit des Priestermönchs und Priesterlehrers Gabriel (1755–1815) hing die Feuerunempfindlichkeit – wie er uns selbst versichert – unmittelbar davon ab, mit welcher Einstellung man das Feuer entgegennahm: Andächtige und tugendhafte Pilger „haben es sich mit Glauben lange genug auf die Hände, den Oberkörper und ins Gesicht gehalten, doch verbrannt haben sie sich nicht. Beginnt man aber erst einmal zu zögern […] und zu probieren, nicht fest glaubend, sondern zweifelnd, dann verbrennt man sich doch daran; ich gebe es zu.“61
...Wie es sich also hierbei wirklich verhält, bleibt weiterhin höchst nebelhaft. Der Pressesprecher des Jerusalemer Patriarchats jedenfalls soll laut Michalis Kalopoulos auf dessen öffentliche Frage, ob das Phänomen offiziell anerkannt werde, zweimal mit einem glatten Nein geantwortet haben. Tatsache ist aber nun mal, dass viele Pilger, die auf die eine oder andere Weise mit dem Feuer in Berührung kommen, keine Verbrennungen davontragen. Freilich sind all diese Videos, die im Internet kursieren, Gegenstand lebhafter Bestreitung, denn meistens – allerdings nicht immer – zeigen sie Menschen, die ihre Hand mit großer Geschwindigkeit über den brennenden Kerzen hin und her bewegen, sodass ein ausgedehnter Kontakt mit der Flamme vermieden wird. Viele wiederum behaupten mit Verweis auf das uralte Ritual des Feuerlaufs, dass die angeblich auf ein Wunder zurückgehende Feuerunempfindlichkeit auf ähnliche Weise erklärt werden könne, d.h. unter Berücksichtigung des erheblichen psychischen Ausnahmezustands, in dem sich die Gläubigen gerade befinden, und des daraus resultierenden intensiven Schwitzens. Höchst beeindruckend und zugleich ernüchternd ist schließlich auch die vom russischen Skeptiker Igor Dobrokhotov demonstrierte Feuerempfindlichkeit62, gegen die die meisten von den entsprechenden Demonstrationen der Christen als harmloses Kinderspiel erscheinen!
...Doch unabhängig von der tatsächlichen Grundlage des Phänomens, stellt sich die Frage, warum denn die Feuerunempfindlichkeit 33 oder meinetwegen sogar 333 Minuten dauern sollte und nicht für immer! Warum ist das Wunder bei seiner Entstehung so beeindruckend, so hyperlogisch und dennoch natürlichen Grenzen unterworfen? Es erscheint doch absurd, aber auch völlig sinnlos, dass ein angeblich von oben herabkommendes, unmittelbar aus der unerschaffenen Gnade der Trinität hervorgehendes Licht diese Veränderung erleiden soll. Selbst Weihwasser, das ja anfangs nichts weiter ist als gewöhnliches, natürliches Wasser, bleibt laut Orthodoxen unverändert, egal, wie viele Jahre vergehen mögen; und da soll das vom Himmel herabkommende Heilige Feuer veränderlich sein?

Die Diktatur der Augenzeugen


...Dürften aber Menschen, die selbst nie in Jerusalem dabei gewesen sind, die Authenzität des Wunders anzweifeln? – Ja, warum denn eigentlich nicht? Ohne Zweifel böte die Beobachtung aus nächster Nähe die Möglichkeit, sich ein umfassenderes Bild von der Sache zu machen. Doch selbst dieses Argument muss relativiert werden. Die an alle Nichtgläubigen gerichtete herausfordernde Einladung, man möge doch bitte schön das Heilige Land einmal selbst besuchen, um sich mit eigenen Augen zu vergewissern, dass das Wunder echt sei, besitzt nämlich im Grunde genommen keine Substanz. Diese lediglich der klerikalen Eindruckschinderei und Stimmungsmacherei dienende Aufforderung hätte nur dann Sinn, wenn die Kontrolle von einem unabhängigen wissenschaftlichen Team vorgenommen werden könnte, dem es ermöglicht würde, mit voller Transparenz zu arbeiten und allen Beteiligten auf dem Fuße zu folgen – sogar bis in die Grabkammer hinein! Denn worin würden sich sonst die Kontrolleure von den übrigen gewöhnlichen Besuchern der Kirche unterscheiden? Was würden sie sonst noch sehen, was man nicht auch in den Videos sehen kann? Würden sie vielleicht Kerzen sehen, die sich von selbst entzünden? Dass es das gibt, bestreitet aber niemand! Etwa Öllampen, die sich aus dem Nichts entfachen? Ist ja auch nicht neu. Nach welcher Logik wird also den anderen das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen? Gewiss wäre es – wie ja bereits zugegeben wurde – ideal, wenn die Kritik auf ein persönliches Augenzeugnis zurückführbar wäre, doch ebenso ideal wäre es, wenn Kameras nonstop jeden Quadratinch der Auferstehungskirche mitsamt der Grabesädikula bestreichen würden! Was also ideal wäre, ist eine Frage, die uns in eine Spirale endloser Diskussionen verwickeln könnte. Schließlich bekennen sich ja auch nicht alle, die der Zeremonie beiwohnen, automatisch zur Orthodoxie noch werden sie davon überzeugt, dass da irgendwelches Wunder geschehe. Doch selbst der Umstand, dass es tatsächlich Menschen gibt, die überzeugt und bekehrt werden, bedeutet noch lange nicht, dass die Ursachen ihrer Bekehrung auch innerhalb der Wirklichkeit liegen! Das wohl charakteristischste Beispiel hierfür ist der schon oben angesprochene Fall des Archimandriten Stylianakis, der heute noch felsenfest davon überzeugt ist, ihm sei von Gott vergönnt worden, als Einziger zu sehen und optisch festzuhalten, wie ein immaterieller Feuerball – das Heilige Lichtfeuer selbst! – durch die Pilgermenge hindurchgeschwirrt sei, ohne sichtbar und fühlbar zu werden, wobei das, was er in Wirklichkeit gesehen hat, nichts weiter war als ein ganz gewöhnlicher Mensch aus Fleisch und Blut, der mit einer hochgehaltenen Fackel durch einen Durchgang hindurchgerannt war! Ein unerschütterlicher Beweis, dass das bloße Dabeisein keineswegs genügen würde, um herauszufinden, was da wirklich vor sich geht.

Die Herausforderung


...In seiner unpublizierten Schrift Τα περί του Αγίου φωτός (deutsch: „Rund ums Heilige Lichtfeuer“) brandmarkt der athonitische Archimandrit Prokopios Dendrinos all diese Heimlichtuerei, von der das „Wunder“ umgeben ist, und bezeichnet sie geradeheraus als suspekt und irreführend. Er scheut sogar nicht davor zurück, der Bruderschaft des Heiligen Grabes den Fehdehandschuh ins Gesicht zu werfen:
Die sollen doch mal die Lampen der Kirche unpräpariert lassen – ohne Öl und Dochte –, und die Tür der Grabeskapelle soll ebenfalls geöffnet bleiben, damit die Grabbank von überallher gesehen werden kann und alles sichtbar ist, wie es ja bei Elija der Fall war. Danach sollen die Türwächter wegtreten, oder besser eine eingehende Autopsie der Grabbank vornehmen. Dann soll man die gesamte Grabbank mit reinem Wasser säubern, indem man einen Krug Wasser darüber gießt. Von Gründonnerstagabend bis Ostersonntagmorgen soll der Zutritt in die Grabeskapelle sogar dem Vertreter des Patriarchen verwehrt sein; dann möge doch der „Feuerentfacher“ hineingehen und das Licht empfangen! Die Heimlichtuerei ist aber suspekt und soll nicht dazu dienen, das Mitführen eines von Menschenhand gemachten Feuers zu verhindern – das ist nämlich unmöglich –, sondern es wird damit bezweckt, dass die Präparation, sprich der Betrug, nicht ans Licht kommt. Denn die Öllampen werden vom Vertreter des Patriarchats vorbereitet, und nicht wie üblich vom Kirchendiener. Die Kerzen werden mit Spiritus eingeschmiert, und niemand sonst darf das Heilige Feuer empfangen, nicht einmal die hochrangigsten unter den pilgernden Klerikern. Alles deutet darauf hin, dass es doch von Menschenhand geschaffen ist, und das wird sogar unter den Mönchen der Grabesbruderschaft geflüstert.63
...Ob es sich hierbei tatsächlich um ein unverschämtes Machwerk handelt oder um ein wahres Wunder Gottes, sei dahingestellt. Vielleicht ist alles eben doch nur eine „Glaubensfrage“, wie die Christen sagen. Und über Glaubensfragen zu streiten, ist wohl sinnlos, oder?




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1. HVIDT, Niels Christian: Lysunderet i Jerusalem - Interview med den græsk-ortodokse patriark af Jerusalem, H.B. Diodorus I om lysmiraklet i Gravkirken (deutsch: „Das Wunder des Heiligen Lichtfeuers in Jerusalem. Interview mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem H.B. Diodoros I. über das Osterfeuerwunder in der Grabeskirche.“). Zeitungsartikel
in: Berlingske Tidende, 20.08.1998. Und Online im Internet unter:
URL: http://web.tiscali.it/hvidt/Publications/PubDK/Lysunderet.html (Abruf: 28.05.2011), Übersetzung d. Verf. anhand der englischen Übersetzung. Online im Internet hier (Abruf: 28.05.2011).
...Man möge allerdings beachten, dass Hvidt in seinem Buch Mirakler - Møder mellem Himmel og Jord für das oben genannte Interview einen bedeutend späteren Zeitpunkt angab: Laut eigener Aussage habe er mit Patriarchen erst Ostern 2000 gesprochen (“I spoke with him at the Orthodox Easter, 2000”); dabei wurde der diesbezügliche Zeitungsartikel mit dem darin enthaltenen Interview bereits 1998 veröffentlicht. Exzerpt (englisch), Kapitel 14, Online im Internet: URL: http://www.miraclebook.org/excerpt.html (Abruf: am 28.05.2011).

2.
Einen kleinen Überblick über das Phänomen kann man sich unter folgendem Link verschaffen:
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Osternacht#Das_heilige_Feuer_in_der_Grabeskirche (Abruf: 28.05.2011).

3.
METALLINOS, Georgios: Φωτομαχικά – Αντιφωτομαχικά. Το φως του Παναγίου Τάφου στον Διάλογο Διαφωτισμού – Ορθοδοξίας (deutsch: „Pro und Kontra zum Heiligen Lichtfeuer. Das Licht des Heiligen Grabes im Dialog zwischen Aufklärung und Orthodoxie.“). Athen, Istoritis / Katoptro, 2001, S. 32 f.

4.
METALLINOS, S. 33.

5.
KALOKYRIS, Konstandinos: Το αρχιτεκτονικό συγκρότημα τού Ναού της Αναστάσεως Ιεροσολύμων και το θέμα του Αγίου Φωτός (deutsch: „Der Gebäudekomplex der Auferstehungskirche in Jerusalem und die Frage nach dem Heiligen Lichtfeuer“). Thessaloniki, University Studio Press, 1999.

6.
METALLINOS, S. 131 f.

7.
KARATHEODORIS, Stefanos: Αντίρρησις (deutsch: „Einspruch“). Unveröffentlichte Aufzeichnungen. In: METALLINOS, S. 369–388

8.
METALLINOS, S. 29 f.

9.
Peregrinatio Aetheriae, XXIV., 4. Und Online im Internet: URL: http://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost04/Egeria/ege_it24.html (Abruf: 28.05.2011).
Deutsche Übersetzung aus der Webseite der Alt-Katholiken in Deutschland:
Zur zehnten Stunde aber, die man hier Lychnikon nennt – wir sagen Lucernar – versammelt sich die ganze Menge wieder in der Anastasis; es werden alle Leuchter und Kerzen angezündet, und es strahlt ein unendliches Licht. Man bringt dabei kein Licht von außen herein, sondern es wird aus dem Innern der Grotte gebracht, wo Tag und Nacht immer eine Lampe leuchtet, das heißt innerhalb des Gitters. Man rezitiert sowohl die Lucernarpsalmen als auch, lange Zeit hindurch, Antiphonen. Jetzt wird der Bischof gerufen, er steigt herab und setzt sich auf seinen erhöhten Platz. Dann setzen sich auch die Priester auf ihre Plätze, und es werden Hymnen und Antiphonen rezitiert.
URL: http://www.alt-katholisch.de/fileadmin/red_ak/CH-Archiv/1-3-03.html (Abruf: 28.05.2011).

10.
METALLINOS, S. 34.
...Der Umstand, dass das Wort „Atheisten“ in Anführungszeichen gesetzt wurde, legt wohl nahe, dass sich der hoch gelehrte Kleriker von der dogmatischen Auffassung distanzieren wollte, dass, wer nicht an das Wunder glaube, per definitionem Atheist sei.

11.
KALOKYRIS, S. 22.

12.
KALOKYRIS, S. 222–228.

13.
Übersetzung d. Verf.; der komplette Gebettext auch online unter:
URL: http://www.jerusalem-patriarchate.info/gr/agion_fos.htm, (griechisch, Abruf: 28.05.2011)

14.
Griechisches Original: «[...] γενέσθω μοι ὁ ἄνθραξ τοῦ παναγίου σου Σώματος καὶ τοῦ τιμίου σου Αἵματος […] εἰς προσθήκην τῆς θείας σου χάριτος» (Übersetzung d. Verf.).

15.
KALOKYRIS, S. 219 f.
...Siehe auch YouTube-Video http://www.youtube.com/watch?v=3z-NBUyklf8. Nutzer: davidtlig: Miracle of the Holy Fire, Jerusalem 2008, 04.04.2010, Videoabschnitt 0:29–1:25 (Abruf: 17.06.2011).

16.
Nutzer: Odyssiakos: Ο παπα-Μεταλληνός παραδέχεται την απάτη του αγίου φωτός! 17.08.2008, URL: http://www.youtube.com/watch?v=pDffNjgrum4, Videoabschnitt 0:12–0:29 (Abruf: 28.05.2011).

17.
Manche Orthodoxen behaupten, dass, wenn der Zelebrant geistig-seelisch nicht vorbereitet sei, die spontane Selbstentzündung der Ewiglichtlampe schon vor seinem Eintritt in die Grabkammer erfolge. Das Wunder geschehe also so oder so, nur könne es der Patriarch bei persönlicher Unwürdigkeit nicht selbst wahrnehmen – eine These, die 1926 sogar der Patriarch Damianos unter Berufung auf die eigene Erfahrung bestätigte.
...SKARLAKIDIS, Haris: Άγιον φως (deutsch: „Das Heilige Feuerlicht“). Athen, Elaia, 2010,
S. 240–242

18.
Nutzer: Odyssiakos: Η κανδήλα και το άγιο φως! 26.04.2009, URL: http://www.youtube.com/watch?v=X2690z6lTpU&eurl, Videoabschnitte 2:17–2:25, 2:48–2:54,
3:54-4:03 (Abruf: 28.05.2011).

19.
Photoplay1999: ΑΓΙΟ ΦΩΣ- holy light (Orthodox easter) Jerusalem. Grizes Zones PART 1/2. 17.04.2009: URL: http://www.youtube.com/watch?v=ZzDaVyWEjtQ, Videoabschnitt 6:04–7:16 (Abruf: 28.05.2011).

20.
KALOKYRIS, S. 22.

21.
So unwahrscheinlich manche dieser Zeugnisse auch klingen mögen, fällt es zuweilen schwer, sich vorzustellen, dass diese Menschen so eiskalt und unverschämt lügen sollten.

22.
STAMATIADOU, Maria: Το Άγιο Φως (deutsch: „Das Heilige Lichtfeuer“). In: Τα 20 Μεγαλύτερα μυστήρια τού πλανήτη (deutsch: „Die 20 größten Mysterien unseres Planeten“). Thessaloniki, Archetypo, 2005, S. 17.

23.
OIKONOMOU ex Oikonomon, Konstantinos: Περί του εν Ιεροσολύμοις Αγίου Φωτός (deutsch: „Über das Heilige Lichtfeuer von Jerusalem“). Unveröffentlichte Aufzeichnungen. In: METALLINOS, S. 397–399.

24.
Griechisches Original: «[…] καὶ δρομαῖος ὁ Πέτρος, ἐπέστη τῶ μνήματι, καὶ τὸ φῶς ἐν τῷ τάφω, ὁρῶν κατεπλήττετο, ὅθεν καὶ κατεῖδε, τὰ ὀθόνια μόνα ουδείς γαρ βλέπειν δύναται εν νυκτί τα προκείμενα καὶ πιστεύσας ἐβόησε, Δόξα σοὶ Χριστὲ ὁ Θεός […]» (Übersetzung d. Verf.).

25.
Priesterlehrer GABRIEL: Απόκρισις αυτοσχέδιος (deutsch: „Improvisierte Replik“). Unveröffentlichte Aufzeichnungen. In: METALLINOS, S. 186–189.

26.
DENDRINOS, Prokopios: Τα περί τού Αγίου Φωτός (deutsch: „Rund ums Heilige Lichtfeuer“). Unveröffentlichte Aufzeichnungen. In: METALLINOS, S. 349 f.

27.
Griechisches Original: «[…] Καὶ ταῦτα ἱδόντες οἱ περὶ τὸν Πέτρον ἐπίστευσαν, οὐχ ἀπλῶς μόνον, ἀλλὰ καὶ κρείττονι νῷ καὶ ἀποστολικῷ θεασάμενοι. Πλήρης γὰρ ἦν ὁ τάφος φωτὸς, ὢστε καὶ νυκτὸς οὒσης ἒτι, διπλῶς θεάσασθαι τὰ ἓνδον, καὶ αἰσθητῶς καὶ πνευματικῶς. […]» (Übersetzung d. Verf.).

28.
SKARLAKIDIS, S. 51–53.

29.
SKARLAKIDIS, S. 71–76.

30.
Laut Orthodoxen lasse sich das Schweigen der Kirchenväter über das Phänomen damit erklären, dass die Quellen verloren gegangen seien – gewiss eine durchaus reale Möglichkeit, die aber aufgrund ihres stark hypothetischen Charakters kein vertretbares Argument liefert.

31.
KALOKYRIS, S. 164–169.

32.
KALOKYRIS, S. 211.

33.
URL: http://www.parembasis.gr/2001/01_04_01.htm, (Abruf: 28.05.2011)

34.
LOGADIS, Nikolaos: Αντιπροσβολή (deutsch: „Widerlegung“). Unveröffentlichte Aufzeichnungen. In: METALLINOS, S. 226–228.

35.
Das ausweichende Gegenargument, dass die besagte Lehre nur für die 7 Sakramente gelte, legt den berechtigten Schluss nahe, dass die Segnung der Gläubigen in allen anderen Fällen dem Zufall überlassen wird.

36.
Metallinos hat in all den Jahren konsequent den Standpunkt vertreten, dass der Glaube an die Auferstehung von der ganzen Debatte um die Natur des Heiligen Lichtfeuers abgekoppelt werden müsse; nachdem das Feuer aus dem Grab Jesu stamme, lasse sich nämlich seine Heiligkeit nicht bestreiten. Wie es entstehe, das könne er selbst nicht wissen und er beschäftige sich auch nicht damit. Nichtsdestotrotz soll nun der hoch gelehrte Kleriker in einem Gespräch mit Haris Skarlakidis die Ansicht ausgesprochen haben, dass das Licht in der ersten Phase seiner Entstehung doch unerschaffen sei (SKARLAKIDIS, S. 47).

37.
KALOKYRIS, S. 173.

38.
Letztere Version ist erst in einer späteren Quelle überliefert (SKARLAKIDIS, S. 226–228).

39.
Aus einem Rundfunkinterview mit der Diplomtheologin Aggeliki Hatziioannou (griechisch). URL: http://www.istologio.org/files/audio/istorikes_martyries_agio_fws_pe912fm_02.mp3, 28:55–31:00 (Abruf: 28.05.2011).

40.
KALOKYRIS, S. 195.

41.
SKARLAKIDIS, S. 229–231.

42.
SKARLAKIDIS, S. 232 f.

43.
KALOPOULOS, Michalis: Θαύμα ή Απάτη το «Άγιον» φως της Ιερουσαλήμ; (deutsch: „Das ‚Heilige‛ Lichtfeuer von Jerusalem: ein Wunder oder Betrug?“), Thessaloniki, Eigenveröffentlichung, 3. Auflage, o.J., S. 176.

44.
KORAIS, Adamantios: Άτακτα, Band 3. Paris, Everartos, 1830, S. 347. Und Online im Internet hier (Abruf: 28.05.2011).

45.
KALOKYRIS, S. 183.

46.
SKARLAKIDIS, S. 145 f.

47.
KALOKYRIS, S. 183.

48.
LOGADIS, in: METALLINOS, S. 272.

49.
Bibliothek Apollodors, II., ΙV., 1.1. Und online im Internet:
URL: http://www.gottwein.de/Grie/apollod/apollod20301.php#Apollod.2,4,1 (Abruf: 28.05.2011).

50.
Mehr dazu unter:
URL: http://wasistwahrheit.blogspot.com/2010/03/die-entscharfung-der-auerkosmischen.html (Abruf: 28.05.2011).

51.
Mehr dazu unter:
URL: http://wasistwahrheit.blogspot.com/2010/04/die-ganz-banale-erklarung-fur-das.html(Abruf: 28.05.2011).

52.
Nutzer: Odyssiakos: 1/2 Καλόπουλος: "AΓΙΟ" ΦΩΣ ΜΕ ΦΩΣΦΟΡΟ. 04.11.2009,
URL: http://www.youtube.com/watch?v=ji0mk0_z3Vg&feature=player_embedded, Videoabschnitte 0:19–0:23, 1:07–1:22, 1:41–1:59 (Abruf: 28.05.2011).

53.
2. Makkabäer 1, 19–22; 1. Könige 18, 30–38; 4. Moses 19, 1–10. Und Online im Internet:
....http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/2makk1.html#19 (Abruf: 28.05.2011).
....http://www.bibel-online.net/text/luther_1912/1_koenige/18/#1 (Abruf: 28.05.2011).
....http://www.bibel-online.net/text/luther_1912/4_mose/19/#1 (Abruf: 28.05.2011).

54.
Strabon, Geographie, XVI, 1.15. Und online im Internet: URL:
http://www.archive.org/stream/sitzungsbericht00erlagoog/sitzungsbericht00erlagoog_djvu.txt, englisch (Abruf: 28.05.2011). Das griechische Original ist bei Perseus Project verfügbar (Abruf: 28.05.2011).

55.
Interessante Überlieferungen, die eine religiöse Betrügerei nahe legen, sind bereits in mittelalterlichen arabischen Quellen bezeugt.
...WIEDEMANN, Eilhard: Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. Über Lampen und Uhren. In: Sitzungsberichte der Physikalisch-medizinischen Sozietät in Erlangen, redigiert von Oskar Schulz, Erlangen, Komissionsverlag von Max Mencke, Band 39, 1907, S. 205–207.
Und Online im Internet: URL: http://www.archive.org/stream/sitzungsbericht00erlagoog#page/n247/mode/1up
(Abruf: 28.05.2011).

56.
Vgl. dazu die in der Einleitung zitierten Ausführungen von Diodoros.

57.
Nutzer: Odyssiakos: 1/2 Καλόπουλος: "AΓΙΟ" ΦΩΣ ΜΕ ΦΩΣΦΟΡΟ. 04.11.2009, URL: http://www.youtube.com/watch?v=ji0mk0_z3Vg&feature=player_embedded, Videoabschnitte
2:24–2:35 (Abruf: 28.05.2011).

58.
Dass die Kerzen kurz vor ihrer Selbstentzündung Rauch abgeben, bestätigt sogar Vater Stylianakis auf seiner Homepage wortwörtlich: „Meine [Kerzen] haben sich allerdings nicht entzündet, doch ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen – und ich bin dabei vor Rührung erzittert –, wie andere Kerzen in der Menschenmenge sporadisch angingen, nachdem sie am Anfang eine Weile lang geraucht hatten.“
...Griechisches Original: «[…] Δεν άναψε όμως η δική μου, αλλά είδα με τα μάτια μου και ρίγησα, άλλες λαμπάδες μέσα στο πλήθος του κόσμου να ανάβουν σποραδικά, αφού για λίγο στην αρχή κάπνιζαν!»
URL: http://users.otenet.gr/~styliant/orthodoxia/Agiofos.htm (Abruf: 28.05.2011).

59.
KALOPOULOS, S. 189.

60.
KALOKYRIS, S. 164 f.

61.
Priesterlehrer GABRIEL, in: METALLINOS, S. 206.

62.
Zum Beispiel unter folgenden Links:
....http://neholyfire.narod.ru/ob/31/New28.avi (Abruf: 28.05.2011).
....http://neholyfire.narod.ru/ob/37/New37.avi (Abruf: 28.05.2011).

63.
DENDRINOS, in: METALLINOS, S. 361.



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