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Pontius Pilatus (Johannes 18,38)

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Samstag, 25. Juni 2011

Worin das Osterfeuerwunder besteht ...

Metropolit von Petra Cornelios
Erzbischof Aristarchos
...Am 11.04.2001, nur zwei Tage vor dem großen Fest des so genannten Heiligen Lichtes in Jerusalem, wurde vom griechischen privaten Fernsehsender MEGA eine höchst interessante Dokumentation ausgestrahlt1, in der unter anderem sich hoch gestellte Kleriker der Bruderschaft des Heiligen Grabes über das angebliche Feuerwunder ausließen. Als aber Erzbischof Aristarchos, Generalsekretär des Patriarchats, gebeten wurde, über die Entzündung des Heiligen Lichtfeuers zu berichten, zogen die ersten dunklen Wolken herauf:
Die tiefere Botschaft ist, dass… – denke ich zumindest – … dass wir durch dieses Licht und durch die Anzündung seelisch wie auch physisch geheiligt werden. Die Lichtentzündung hat einen Grund. Denn das Christentum ist eine geistige Religion, in der aber auch das materielle Element vorhanden ist. Wir sind Menschen, und Gott hat für uns gewollt, dass wir mit … – durch materielle Elemente gerettet werden, die geistige Werte symbolisieren. Es ist wichtig, dass wir es in die Hand nehmen, anfassen2 und von diesem Licht, das durch das Grab des Herrn geheiligt worden ist, selbst geheiligt werden: seelisch wie auch physisch – dass wir also erleuchtet werden; dass die Sensoren unseres Verstandes und unseres Körpers erleuchtet werden.3
...Obige Ausführungen gehen zwar nicht explizit auf die kritische Frage nach dem Ursprung des Lichtes ein, stellen jedoch den symbolischen Charakter der Lichtanzündung klar heraus und legen den berechtigten Schluss nahe, dass hierbei in Wahrheit kein herabgebetetes Wunder vorliegt. Denn wäre das Licht tatsächlich übernatürlichen Ursprungs, wäre es ja schon vor seiner Herabkunft heilig und müsste nicht erst durch die Gnade des Heiligen Grabes geheiligt werden.
...Und dann kam die Frage nach der Leibeskontrolle, der das griechisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt angeblich vor seinem Eintritt in die Grabesädikula unterzogen wird – Aristarchos hatte Mühe, nicht loszulachen:
Nun, das ist aber auch … ähm … also, ich denke, da sieht die Sache schon etwas anders aus, und zwar wird der Patriarch nicht durchsucht, sondern der Patriarch entledigt sich seiner regulären liturgischen Gewänder und behält nur noch den … das weiße Kleidungsstück an; er behält das weiße Gewand an, das den Engel symbolisiert.4
...Eine klare Aussage, die mit dem weit verbreiteten Mythos der strengen Leibesdurchsuchung ein für allemal aufgeräumt hat. Doch das Schlimmste stand noch bevor. Als dann nämlich der Locum tenens des Patriarchenthrons, Metropolit von Petra Cornelios zu Wort kam, trauten die Zuschauer ihren Ohren nicht. Denn derjenige Auserwählte, der ein paar Tage später an Stelle des abgesetzten Patriarchen Irenäus das Heilige Licht empfangen und an die Gläubigen weitergereicht hat, ließ Folgendes verlauten:
Die Gebete haben die Kraft, das natürliche Licht zu heiligen, denn der … – es gi… schließlich gibt es auch das üb… ähm … es gibt auch das … übernatürliche Licht. […] Hierbei sprechen wir von einem natürlichen Licht, aber … die Gebete, die vom Patriarchen oder vom Oberpriester verlesen werden … heiligen auch das natürliche Licht, das somit dann die Gnade des Heiligen Lichtes hat. Es ist ein natürliches Licht, das an der Ewiglichtlampe … angezündet wird, die in der Sakristei der Auferstehungskirche aufbewahrt wird.5
...Und als die Journalistin dann wissen wollte, worin denn das Wunder bestehe, kam der entgültige Hammer: „Das Wunder ist … die Anrufung bzw. das Gebet des Oberpriesters … und da wird das Licht geheiligt.“6 – Ich wiederhole es noch mal, damit jeder es richtig verinnerlicht: „Das Wunder ist das Gebet des Oberpriesters … und da wird das Licht geheiligt“! – Kein Wort von herabgebeteten Lichtern, die über der Grabbank umherschweben; kein Wort von Kerzen und Öllampen, die sich von selbst entzünden; kein Wort von hellblauen Blitzen, die die Luft durchzucken – nein: Das, was das Wunder ausmache, sei das Gebet, das das vom Zelebranten angezündete natürliche Licht heilige!
...Als Cornelios diese unglaublichen Aussagen machte, stand das große Ereignis, wie bereits erwähnt, unmittelbar bevor. Dass es ihm einmal vergönnt sein würde, das Heilige Licht als Oberpriester empfangen zu dürfen, hätte sich der 75-jährige Kleriker nie träumen lassen. „Ich glaube, dass ich danach ganz anders bin.“, gestand er sichtlich gerührt ein.7 Seither sind gute elf Jahre ins Land gezogen, und das „Wunder“ hat sich ebenso viele Male wiederholt. Ob der Metropolit nach jener Osterfeuer-Liturgie tatsächlich ein ganz anderer Mensch wurde oder nicht, können wir nicht wissen. Seine Laufbahn jedenfalls scheint in den letzten Jahren etwas holprig zu verlaufen. 2005 rutschte er um ein paar wenige Stimmen am Patriarchenthron vorbei und 2008 wurde er aus heiterem Himmel aus dem Heiligen Synod entfernt. Als offizieller Grund wurde eine nicht mehr zufrieden stellende Zusammenarbeit angegeben, doch wie Cornelios selbst enthüllte, habe ihn der amtierende Patriarch Theophilos III. offen beschuldigt, eine Verschwörung gegen ihn angezettelt zu haben. Der Metropolit stritt zwar alles ab und verwies das Kirchenoberhaupt mit Recht darauf, dass er bei dessen Wahl zum Patriarchen eine entscheidende Rolle gespielt habe, doch das Urteil wurde trotzdem nicht rückgängig gemacht. – Tja, das Heil ist wohl bei dem, der auf dem Thron sitzt …




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1. Nutzer: Photoplay1999: ΑΓΙΟ ΦΩΣ- holy light (Orthodox easter) Jerusalem. Grizes
.... Zones,

....● PART 1/2. 17.04.2009: URL: http://www.youtube.com/watch?v=ZzDaVyWEjtQ
....● PART 2/2.URL: http://www.youtube.com/watch?v=5Klo7yTK_VI
....(abgerufen am 25.06.2011).

2.
Das soll keineswegs als Aufforderung verstanden werden, das Phänomen der
....Feuerunempfindlichkeit auszuprobieren. Das Personalpronomen „es“ bezieht sich
....hier nämlich offenbar nicht auf das Feuer selbst, sondern es steht wohl synekdochisch
....für die Kerze. Im Griechischen sind nämlich die Wörter Licht und Kerze beide neutral.

3.
Photoplay1999, PART 1/2, Videoabschnitt 0:49 - 1:40, (abgerufen am 25.06.2011).

4.
Photoplay1999, a.a.O., Videoabschnitt 5:16-5:40, (abgerufen am 25.06.2011).

5.
Photoplay1999, a.a.O., Videoabschnitt 6:10-6:54, (abgerufen am 25.06.2011).

6.
Photoplay1999, a.a.O., Videoabschnitt 7:03-7:15, (abgerufen am 25.06.2011).

7.
Photoplay1999, PART 2/2, Videoabschnitt 5:04-5:17, (abgerufen am 25.06.2011).

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Kommentare:

  1. http://www.youtube.com/watch?v=difbIzktBSM&feature=related
    Ich glaube Gott sendet das Heilige Feuer warum muss Gott Satan erlauben Gläubiger jedes Jahr absichtlich täuschen? Satan hat keine Macht nur Reichtume aber er kann nicht sich als Gott beweisen wenn man liest Neu Testament man kann sehen was Jesus sagte über Satan

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  2. Hallo, Ekaterina!

    «warum muss Gott Satan erlauben Gläubiger jedes Jahr absichtlich täuschen?»

    Sollte es den Satan tatsächlich geben und sollte er hinter dem gemutmaßten Betrug stecken, dann lautet die Antwort: Aus dem gleichen Grund, warum Gott ihm erlaubt hat, Adam und Eva zu verführen; Hiob die Hölle heiß zu machen; David zur verhängnisvollen Volkszählung zu reizen; den König Ahab zu täuschen etc.

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